OVER AGAIN FOREVER
DSC_7858
DSC_7775
DSC_7803
DSC_7811 DSC_7850 DSC_7864 DSC_7883
installation shots:

SÉBASTIEN DE GANAY

OVER AGAIN FOREVER

29.04. - 05.06.2014
Galerie Steinek, Wien

In der Ausstellung „Over again forever“ von Sébastien de Ganay wird der Besucher von dem Sublimen in Form eines leeren, rosafarbenen Kartonstuhls empfangen - eine Hochstilisierung gepaart mit humorvollem Inhalt, ist dessen Sitzfläche für das betrachtende Subjekt schließlich unerreichbar.

Ambivalent anmutende Situationen und die Virtuosität der reflektierenden Hochglanzoberflächen stellen die vorgeprägte Wahrnehmung des sich durch die Ausstellung bewegenden Betrachters immer wieder auf die Probe. Die Punktschrift - ursprünglich für militärische Zwecke konzipiert als eine Art Geheimsprache - die bei Nacht mittels fluoreszierender Farben lesbar sein wird, setzt Sébastien de Ganay selektiv in seinen Arbeiten ein.

Bei den Werken „Spitfire“ werden Auszügen aus Gedichten oder Tagebüchern (z. B. von W. Churchill) mittels der Blindenschrift, deren Konturen Flugzeugformen nachstellen, integriert. Die Sprache wird zu einer partiellen Kodierung, die aufgrund der limitierten Lesbarkeit eine Umkehrung erzielt: Der Sehende wird zum Nicht-Sehenden.

So verhält es sich auch mit der verunfallten „Ampel 2“ - ursprünglich ein Element aus dem Straßenverkehr - die die Sprache für Blinde in akustische Signale transformiert. Eine Kodierung im weitesten Sinne implizieren auch die Bilder von de Ganay, die auf found footage im Internet basieren. Es sind Bilder von „Uncle Haim“, die im Internet zur freien Verfügung gestellt wurden. Diese Referenz ist als Bildindex auf die Oberfläche gedruckt und ermöglicht es dem Betrachter, das Originalbild im Internet selbstständig zu finden.

Der Künstler entführt uns in ein Universum, wo Verknüpfungen zwischen Form und Sprache herrschen und Alltagsrealitäten neu erlebt werden.